die kunst – die kunst steht hoch in unserer gunst
dass ihr sie uns ja nicht verhunzt
die kunst – eine vernissage
nach rednerergüssen öder versatzstücke aus dem baukastensystem
onduliert und geschniegelt starren besucher auf hohe stellwände lückenlos kuratiert
derweil von hohen stellwänden zurückgestarrt wird
auf ratlose augen, stoische fratzen, krass parfümert,
derweil ständig plätschernd ohrwürmer dudeln aus schlecht regulierten boxen
i tell you this is the place to make bitter this art
and to remember spoken words under cover
krrrk, das knacken von knabberzeug,
unüberhörbar zwischen feucht sich öffnenden und schließenden lippen
in der sehnsuchtsschleife geduldig ausharrend
wartet eine handvoll besucher auf etwas uneingelöstes.
so gehen sie
und machen für ihren frust das wetter verantwortlich.
Almut Aue
Almut Aue, Gerda Jäger (im Hintergrund)
Tief blau und kein Lüftchen,
die Fahnen hängen schlaff am Memorial für die Opfer.
Jane kennt die Stelle nicht,
an der ihre Tochter mit tausenden Menschen,
Stahlträgern, Flugzeugteilen, Metall und Kunststoff verschmolz.
Es gibt nur zwei Löcher, kein Grab.
Die Trauer bleibt ein Ungeheuer.
Seit damals hat sie Angst vorm Fliegen.
Tief blau und kein Lüftchen im Basar,
es ist still am Mittag, wenn sie durch die Gassen geht.
Jasmin achtet auf Geräusche, aus Furcht vor einem Attentat.
Sie kennt den Ort nicht,
an dem ihre Eltern nach dem Massaker verscharrt wurden.
Kein Begräbnis, stumme Klage.
Angst vor Feinden aus den eigenen Reihen verfolgt sie auf Schritt und Tritt.
Gerda Jäger
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